Stimmen und Eindrücke meiner Leser:innen

★★★★★
„Im Schatten des Rauschs“ ist ein Buch, das mich beim Lesen emotional sehr getroffen hat. Die Geschichte von Lucy, Mike und ihrer Tochter Emmi ist keine leichte Kost – und gerade deshalb hat sie mich so gefesselt, dass ich das Buch nicht aus der Hand legen konnte. Die Autorin kenne ich persönlich und habe die Situation, die teilweise in diesem Buch verarbeitet wird, ein Stück weit von außen mitbekommen. Umso intensiver war es für mich, die Geschichte nun aus der Perspektive der Hauptfigur zu lesen und dadurch vieles noch einmal mit anderen Augen zu sehen. Lucy lernt Mike kennen, verliebt sich in ihn und schon bald entsteht eine gemeinsame Familie. Doch bereits früh zeigen sich erste Anzeichen dafür, dass Mike ein problematisches Verhältnis zum Alkohol entwickelt. Was zunächst noch eher harmlos wirkt, wird mit der Zeit immer mehr zu einem festen Bestandteil ihres gemeinsamen Lebens. Lucy versucht lange, die Situation zu verdrängen, findet Erklärungen und hält an der Hoffnung fest, dass sich etwas ändern wird. Gleichzeitig werden die Situationen, in die sie durch Mikes Alkoholkonsum immer wieder gerät, zunehmend schwieriger und belastender. Irgendwann betrifft seine Sucht nicht mehr nur ihn selbst, sondern auch Lucy und ihre Tochter. Je weiter die Geschichte voranschreitet, desto deutlicher wird, dass Lucy an einen Punkt kommt, an dem sie eine Entscheidung treffen muss – für sich und vor allem für Emmi. Besonders eindrücklich fand ich die Darstellung von Mikes Alkoholproblem. Immer wieder spielt er seinen Konsum herunter – schließlich sei es „nur Bier“. Doch dieses vermeintlich harmlose Bier nimmt im Laufe der Geschichte immer mehr Raum ein und wird schließlich zu einem festen Bestandteil seines gesamten Lebens. Es geht nicht mehr darum, abends ein Bier zu trinken, sondern um große Mengen zu gefühlt jeder Tageszeit. Sehr deutlich wird dabei auch, welche Auswirkungen seine Sucht auf sein Umfeld hat. Mike bringt nicht nur sich selbst, sondern auch Lucy und Emmi immer wieder in unangenehme, belastende und teilweise gefährliche Situationen. Gerade diese schleichende Entwicklung fand ich sehr realistisch und gleichzeitig erschreckend. Was das Buch bei mir aber vor allem verändert hat, ist mein Blick auf Lucy. Von außen sieht man die offensichtlichen Probleme und fragt sich vielleicht: Warum geht sie nicht einfach? Beim Lesen habe ich zum ersten Mal wirklich verstanden, dass es eben nicht so einfach ist. Liebe, Hoffnung, Angst, Verdrängung und die immer wiederkehrenden Versprechen, dass sich etwas ändern wird, können einen Menschen viel länger festhalten, als man sich von außen vorstellen kann. Genau deshalb hat mich die Geschichte emotional so mitgenommen. Es war traurig und teilweise wirklich schwer zu lesen, weil man durch die vielen Details viel unmittelbarer erlebt, was Lucy und Emmi durchmachen. Gleichzeitig hat mir das Buch die Augen dafür geöffnet, was Alkoholabhängigkeit mit einer ganzen Familie machen kann und vor allem wie schwer es sein kann, irgendwann die Konsequenzen zu ziehen. Auch vom Schreibstil war ich positiv überrascht. Gerade weil es das erste Buch der Autorin ist, hat mich beeindruckt, wie flüssig und spannend die Geschichte erzählt wird. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und wollte immer wissen, wie es weitergeht. „Im Schatten des Rauschs“ ist für mich deshalb nicht einfach nur eine Geschichte über Alkoholabhängigkeit. Es ist ein Buch über Liebe, Hoffnung, Verdrängung, Abhängigkeit und den schwierigen Weg, irgendwann zu erkennen, dass man einen anderen Menschen nicht retten kann, wenn dieser selbst nichts verändert. Ich würde das Buch besonders Frauen empfehlen, die sich selbst in einer ähnlichen Situation befinden. Aber auch Freundinnen, Angehörige und Menschen aus dem Umfeld von Betroffenen können viel aus dieser Geschichte mitnehmen. Denn manchmal versteht man erst, warum jemand bleibt, wenn man die Geschichte einmal aus seiner Perspektive erlebt hat. Für mich bleibt vor allem eine Erkenntnis: Man ist nicht dafür verantwortlich, einen anderen Menschen zu retten. Man darf sich selbst und seine Kinder schützen.
Sandra
★★★★★
Dieses Buch hat mich schon nach den ersten Kapiteln gepackt. Die Geschichte wirkt von Anfang an sehr nah und echt – wahrscheinlich auch, weil sie auf wahren Erlebnissen beruht und man weiß, dass die Person, um die es geht, wirklich existiert. Besonders beschäftigt hat mich die Thematik rund um die Alkoholabhängigkeit und wie sehr sie nicht nur das Leben der betroffenen Person, sondern auch das der Menschen um sie herum verändern kann. Es ist definitiv keine leichte Geschichte, aber genau das macht sie für mich so besonders. Sie regt zum Nachdenken an und lässt einen nicht einfach so los. Beim Lesen hatte ich immer wieder dieses Gefühl von „Wie kann sich das alles nur so entwickeln?“. Gleichzeitig wollte ich unbedingt wissen, wie es weitergeht. Dass hinter der Geschichte echte Erlebnisse stehen, macht das Ganze noch einmal intensiver und emotionaler. Für mich ein Buch, das fesselt, berührt und definitiv noch ein bisschen im Kopf bleibt.
Laura

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